Samstag, 18. Juli 2020

13) Die guten, alten Zeiten und die Angst vor der Freiheit.
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Die guten, alten Zeiten und die Angst vor der Freiheit

Immer wieder hört man, dass alte und ältere Leute von den schönen alten Zeiten schwärmen.
Als ob sie wieder zu diesen zurückkehren wollten, weil damals alles besser, sogar perfekt gewesen sein soll.
Die Abtreibung war verboten; Frauen hatten nichts zu sagen; Menschen starben, weil die Medizin noch nicht so entwickelt war; Rassismus galt auch in „besseren“ Kreisen als chic (deshalb kam es zum Holocaust); es gab kein soziales Netz; für Kindergarten und Schule musste bezahlt werden; von der Universität gar nicht zu sprechen; Die Liste ist schier endlos.
In den Geschichtsbüchern wird über wunderbare und mächtige Herrscher gesprochen, die durch ihre pracht- und prunkvolle Lebensweise erstaunten.
In Märchen gibt es Prinzen oder Prinzessinnen, die wunderschön und deren Kleidung von Gold und Diamanten so besetzt waren, dass man diese eigentlich schon wegen ihres Gewichts nicht hätte tragen können.
Es gab noch keine Reisepässe, aber das bedeutete natürlich nicht, dass man auch reisen konnte, wann und wohin man wollte.
Zur „goldenen“ Zeit in Rom unter Augustus kontrollierte der Kaiser, wer, wo Handel treiben durfte.
Der „große“ Mathias in Ungarn, ein richtiger Renaissance-Fürst, überzeugte die traditionellen Geschichtsschreiber durch seinen Hof und schwarzes Heer, das wahrscheinlich mehr einer Räuberbande glich und durch Angst, die sie einflößte, auch die Widerspenstigsten zur Tributzahlung, oder wie man es heute nennt Steuerzahlung, bewegte.

Aber wie sah das Leben der kleinen Leute im Laufe der Geschichte aus?
Denn wir hätten uns wahrscheinlich kaum erhoffen können, als Könige auf die Welt zu kommen, wenn wir zu einem früheren Zeitpunkt geboren worden wären.
Die durchschnittliche Lebenserwartung im alten Ägypten lag ungefähr bei 25 oder 30 Jahren, im Mittelalter war es durch regelmäßige Salzversorgung ein bisschen besser, da die klügeren unter der herrschenden Klasse nämlich darauf gekommen waren, dass höhere Steuern gezahlt werden konnten, wenn die einfache Bevölkerung gesundheitlich etwas besser versorgt war.
Adam Smith war der erste, der diesen Grundsatz zu Papier brachte.

Wie leben wir heute?
In den entwickelten Ländern liegt die durchschnittliche Lebenserwartung bei 70 Jahren und auch die kleinen Leute führen ein ziemlich freies Dasein.
Wieder hat anscheinend der führende Teil der Gesellschaft erkannt, dass eine globalere, freiere Welt mehr Profit einträgt.
Aber dieser Liberalismus entzieht den kleinen Mann der Kontrolle des Staates.
Aber nur wenige Klügere nützen diese einmalige Möglichkeit, um ein wirklich unabhängiges Leben zu führen.

Man darf sich jetzt aber nicht zu früh freuen. Der Interessengegensatz zwischen Staat und Individuum ist hiermit noch nicht geschlichtet. Solches Bla-Bla von David Hume, dem schottischen Staatsphilosophen, der Staat sei ein Vertrag zwischen Mitgliedern einer Gemeinschaft, oder Anmerkungen von Staatsleuten in der ganzen Welt, dass diese Freiheit durch noch mehr Staat, Gesetze oder sogar überall aufgehängte Kameras geschützt werden müsse (Wer nichts zu verbergen hat, hat auch nichts zu befürchten.), führt zwangsläufig zu Kontrolle und hiermit zu einer Einschränkung der Freiheiten eines jeden Einzelnen.
Eine immer bessere Bankstruktur und Computertechnik macht es zum Beispiel möglich, genau nachzuverfolgen, wer, was, wann und wo gekauft hat.
Bei der Erwähnung des Arguments, dass durch Bankkarten viel Geld gespart werden kann, wird stetig vergessen, auch die Tatsache ins Gedächtnis zu rufen, dass es im Laufe der Geschichte noch nie eine Macht gab, die ihre Kontrollmöglichkeiten nicht missbraucht hätte.

Wann wird der Mensch endlich lernen, sich nicht durch schönes Bla-Bla blenden zu lassen, und dass Freiheit unbezahlbar ist.
Wer nichts zu befürchten hat, befürchtet auch die Freiheit nicht!


Else
Else
Else
Else
Else

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