Montag, 20. Juli 2020

21) Das Internet – Die Möglichkeit für den kleinen, begabten Einzelnen!
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Das Internet – Die Möglichkeit für den kleinen, begabten Einzelnen!

Wir befinden uns im demokratischen Athen vor unserer Zeitrechnung und wohnen einer monatlichen Versammlung bei. Jeder, der etwas zu sagen hat, bereitet sich auf seinen Auftritt vor und die interessanteste und am besten vorgetragene Rede erhält den größten Beifall. Viele sind mit ihr einverstanden, und dann kommt die Abstimmung. Der beste Redner hatte viele überzeugt und auf seine Seite gestellt. Das nennt man heute Basisdemokratie. Der Staat war noch ziemlich schwach organisiert und die umliegenden Stadtstaaten und Länder verfügten über Könige oder andere, kleinere, führende Gruppen.
Wie konnte diese kleine Minderheit ihre Freiheit trotzdem bewahren? Indem sie sie liebten, die Unbezahlbare. Natürlich blieb sie ihnen nicht allzu lange erhalten. Vor allem, weil teilweise große Schreier zu großen Einfluss hatten. Es war der erste Versuch und das Ergebnis war nicht gerade das erfolgreichste, aber unheimlich süß.
Dann kamen die Römer, die auf ihrem Weg zur Größe, ihre alten Ideale der Freiheit und Republik wieder vergessen hatten. Der freiheitsliebende und gebildete Grieche wurde auf dem Altar des Staatinteresses und der Gemeinschaft geopfert, von der natürlich nur einige wenige profitierten.
Das Mittelalter war noch schlimmer. Die barbarischen Herrscher, unterstützt durch die lebensverneinende, kirchliche Dogmatik und ihre gut durchorganisierten Institutionen, unterdrückten alles, was damals einem freien Willen glich.
Erst die französische Revolution vermittelte den Eindruck, dass sich etwas im Menschen geregt hatte, und er sein Joch abwerfen wollte, um sich dann sofort einem Napoleon zu unterwerfen. Aber der Funke hatte das Feuer entfacht. Schon vorher hatte Gutenbergs Erfindung den Durchbruch des Protestantismus möglich gemacht. Bevor die Mächtigen bemerkten, welche Kraft in der Verbreitung von Information liegt und sie versuchten, es entweder zu unterdrücken oder in ihre eigenen Dienste zu stellen, war es ihnen durch die Hände gerutscht.
Langsam verlangte der Mensch immer mehr Selbständigkeit und individuelle Freiheit. Aber immer wieder gelang es dem Staat, seinen Diktatoren und Handlangern, wenn auch nicht endgültig, die neuen Informationsverbreitungsmöglichkeiten, heute nennen wir das “Medien“, unter Kontrolle zu bringen. Hitler und Goebbels benutzten diese fast bis zur Perfektion als Instrument der Volksverdummung.
Und wie sieht das alles heute aus? Es gibt Monopol-Unternehmen, die bestimmen, was wir hören oder sehen sollen. Diese entstehen durch Eingriffe des Staates und Gesetze, wie zum Beispiel das Autorenrecht. Mit diesem wird nicht (wie zum Beispiel in der Literatur) der Schriftsteller geschützt, weil er sowieso meist nur “ein Butterbrot und ein Ei“ für seine Arbeit bekommt, sondern die Verlage, die das Recht für sich in Anspruch nehmen, als einzige ein bestimmtes Werk veröffentlichen zu dürfen.
Und jetzt kommt plötzlich, wie aus heiterem Himmel, das Internet und mit ihm verschiedene Dienstleister, die es dem kleinen, talentierten Einzelnen möglich machen, alles zu veröffentlichen, was er für gut hält. Natürlich gibt es viel Abfall und Ausschuss, und Szerb Antal sagt in seinem Buch “A világ irodalom története“, dass das Niveau der Kunst sänke, wäre es nicht mehr durch eine kleine Elite bestimmt, sondern für die Allgemeinheit erreichbar. Ich aber bin überzeugt, dass das Volk keine Elite braucht, die ihm sagt, was gut oder schlecht ist. Das einfache Volk wird seine Kenntnisse immer weiter verbessern und für sich selbst entscheiden können. Das Internet ist diese Möglichkeit für die kleinen, endlich selbständig zu werden.


Else
Else
Else
Else
Else

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