Freitag, 31. Juli 2020

56) Ausländer, Frauen und andere Randgruppen
Written by Rainer: rainer.lehrer@yahoo.com
Learn languages (via Skype): Rainer: + 36 20 334 79 74 or + 36 20 549 52 97

Ausländer, Frauen und andere Randgruppen

Die Babylonier verschleppten einen Teil der Juden nach Babylon, weil sie Arbeitskräfte benötigten.
Die Ägypter, Griechen, Römer und später Türken und Europäer raubten im Namen ihres Gottes Leute aus verschiedenen Regionen, brachten sie in andere Länder und verkauften sie dort als Sklaven. Jahrhundertelang war diese Art des Arbeitskräftehandels eines der lukrativsten Geschäftszweige.
Zur Zeit der verschiedenen Völkerwanderungen begaben sich ganze Volksgruppen auf den Weg, um woanders neue Möglichkeiten des Lebensunterhaltes zu suchen.
Später, in den stabileren Königreichen, luden Herrscher tausende zum Beispiel Bauern ein, in ihr Land umzusiedeln, um das brachliegende Land zu bewirtschaften oder Wälder und Moorland in fruchtbare Felder zu verwandeln, weil sie sich davon Steuereinnahmen erhofften.
Peter der Große rief westeuropäische Fachleute ins Land, damit diese ihm beim Aufbau seines modernen Staates hülfen.
Die russischen Zaren stützte sich auf die Kenntnisse und das organisatorische Fachwissen des deutschen Ritterordens, als das Gebiet des Ordens von Russland erobert worden war.
Maria Theresia siedelte Sachsen und Schwaben in bevölkerungsarmen Gebieten in Ungarn an.
Das Problem der Überbevölkerung im 19. Jahrhundert in Westeuropa löste sich, weil diese Leute nach Australien, Neuseeland, Afrika, aber vor allem nach Süd- und Nordamerika auswanderten.
Nach dem 2. Weltkrieg riefen Staaten, wie Deutschland Einwanderer aus Südeuropa und der Türkei ins Land, um den Mangel an Arbeitskräften zu lindern.
Saudi Arabien beschäftigt Asiaten, die einen Teil ihres Verdienstes in ihr Heimatland zurückschicken, um ihre zuhause gebliebenen Familien zu unterstützen.
Nicht immer lief das Zusammenleben und –arbeiten der verschiedenen Volksgruppen und Kulturen reibungslos ab. Oft kam es zu Pogromen, wenn die Eingewanderten zum Beispiel die Juden zu erfolgreich, oder wie zum Beispiel die Zigeuner zu wenig erfolgreich waren.
Die katholischen Könige in Spanien vertrieben die Morisken nach Nordafrika, sehr viele Juden gingen nach Holland und Hunderttausende Zigeuner wurden nach Südamerika verschifft.
Erfolgreich war ein Land oder Staat, wenn es oder er fähig war, die Fähigkeiten aller sozialen und ethnischen Gruppen einzubauen.
Das persische Reich vereinte Kleinasien und Ägypten bis zum Indus. So sollte es ihm später das osmanische Reich gleich tun.
Das Reich der Mitte, oder China integrierte langsam alle Völker vom Chinesischen Meer bis zur Gobi-Wüste und vom Himalaya bis zu den sibirischen Steppen und war sogar fähig, die einfallenden Mongolen zuerst regieren zu lassen, um sie dann zu Chinesen zu machen, weil jene die chinesische Kultur übernahmen.
Auch die Römer gliederten die verschiedenen Länder einfach langsam in ihr Wirtschaftssystem ein.
Als die Mongolen bis Ungarn vordrangen und alles verwüsteten, was ihnen in den Weg kam, waren es zum größten Teil eigentlich keine Mongolen mehr, sondern die verschiedenen Völker, die zuerst von dieser Lawine überrannt und ausgeplündert wurden, um dann daran teilzunehmen und selbst zu plündern.
In London besteht aufgrund des Common Wealth bis heute eines der größten Banken- und Börsenzentren.
Alle diese Länder haben zuerst erobert und dann durch Toleranz, Vereinbarung und Ausgleich eine Zusammenarbeit zum Vorteil aller angestrebt.
Nur solche Länder, wie zum Beispiel Ungarn, in denen von Kossuth über Horthy bis Orbán Nationalismus, Intoleranz und Rassismus herrschen, will sich kein richtiger Erfolg einstellen.
Am Anfang bestand der Erfolg einer Gesellschaft im Reichtum und der pompösen Lebensweise des Herrschers, Oberhauptes, Königs oder Halbgottes. Das nächste Kriterium bildete die Aristokratie, die ihn umgab und die er unterhalten konnte. Aber schon Adam Smith erkannte, dass der Wohlstand und Erfolg einer Nation aus der Zahl der Verbraucher besteht. Deshalb setzte er sich dafür ein, dass auch der einfache Bürger mehr als nur das Existenzminimum haben sollte. Im 20. Jahrhundert wurde die Frau zum Zielpunkt der Konsumindustrie und die Schwerindustrie folgte. Das 21. Jahrhundert soll der Beginn des Zeitalters der Kinder werden.
Nur wenn alle Teile der Gesellschaft, Leute, die sich für die Elite halten, Mittelschicht, niedrigere Schichten, die mit körperlicher oder geistiger Behinderung Lebenden, Ausländer, Frauen, Kinder oder andere Randgruppen in den wirtschaftlichen Kreislauf integriert werden und als Konsumenten auftreten können, wenn auch die, die sich für die Elite halten, erkannt haben, dass ein Produkt nicht nur hergestellt, sondern auch verkauft werden muss, um Profit zu erzielen, wird eine Gesellschaft wirklich erfolgreich sein.


Else
Else
Else
Else
Else



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen