Dienstag, 21. Juli 2020

23) Inflation und Deflation
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Inflation und Deflation

Wirtschaftsfachleuten zuzuhören, ist meist eine Qual und wenig informativ. Man hat das Gefühl, dass sie wie in der Kirche über die Unergründlichkeit Gottes sprächen. Dabei gibt es durchaus einige Dinge dieser Wissenschaft, die sich einfach erklären lassen.
Was bestimmt den Preis eines Produktes auf dem Markt?
Natürlich die Qualität und wieviel davon angeboten wird. Das nennt man Angebot und Nachfrage, würde mir jeder normal denkende, wie aus der Pistole geschossen, antworten.
Aber nehmen wir einmal einen speziellen Fall. Wir hatten in unserer Kindheit alle einen Kaufladen, in dessen Kasse es eine gewisse Menge Spielgeld gab. Sagen wir 100 Euro und 20 Stück Ware auf den Verkaufsregalen. Ein Kind spielte den Verkäufer, wir teilten das Geld in der Kasse unter den anderen Kindern auf und bestimmten die Preise der Waren so, dass alles Geld und alle Ware seinen Besitzer wechseln konnte, wonach das Spiel von vorne begann und ein anderes Kind die Rolle des Verkäufers oder der Verkäuferin übernahm. Eines Tages aber brachte eines der Kinder ein Monopoly-Spiel mit, und obwohl wir versuchten, die Warenmenge mit unseren Spielsachen zu ergänzen, war die dazugekommene Geldmenge so groß, dass wir eine 1000 %-ige Inflation verbuchen mussten. Das umgekehrte war der Fall, wenn durch unaufmerksames Aufbewahren einige Spielgeldstücke verloren gegangen waren.
Das war das Kinderspiel. Wie sieht das ganze nun in der harten Wirklichkeit aus? Wie oder Woher kann zusätzliches Geld auf den Markt kommen? Irgendjemand muss zum Beispiel Geld drucken, oder im Zeitalter des Computers ein paar Nullen hinter einige Zahlen hängen, oder aus Geld neues Geld machen. Man könnte jetzt an Falschgeld denken. Aber das wäre zu wenig. Vielleicht die Nationalbank? Richtig! Es ist die Aufgabe der Nationalbank, darauf zu achten, dass sich immer die entsprechende Menge Geld auf dem Markt befindet. Wenn zu wenig Geld in Umlauf ist, druckt die Bank Geld und kauft zum Beispiel Devisen; Und wenn es zu viel Geld auf dem Markt gibt, verkauft sie ihre Devisenvorräte und kauft die eigene Währung des Landes wieder auf, je nach dem, wie  sich die Warenmenge auf dem Markt ändert.
Aber auch Banken können neues Geld machen. Wie? Wenn wir einen Kredit  für eine Ware aufnehmen, müssen wir dafür Zinsen bezahlen. Mit diesen werden die Kosten der Banken gedeckt und es entsteht natürlich auch Profit. Hinter diesem Profit steht aber keine neue Ware, weil der Wert der Ware, für die wir den Kredit aufgenommen hatten, nicht gestiegen ist. Wenn der Staat für seinen Haushalt mehr Geld braucht, als er durch Steuern eintreiben kann, gibt er Staatspapiere aus, die zuerst von der Staatsbank mit neuem Geld gekauft werden, und dann an uns Bürger weiterverkauft werden.
Das hier aufgeführte Model ist vereinfacht. Noch viele andere Faktoren spielen eine Rolle, aber grundsätzlich funktioniert es so.
John Maynard Keynes, der Wirtschaftsberater Roosevelts und seines katastrophalen New-Deal-Programms, sagte einmal, dass eine Inflation von 3 % pro Jahr für eine Wirtschaft gesund ist.
Die Frage ist nur: Für wen?
Wenn angehäufte, in Staatspapieren angelegte Vermögen durch Inflation vernichtet werden sollen, um Staatsschulden zu mindern, trifft es auch uns kleine Leute.


Else
Else
Else
Else
Else

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