Mittwoch, 29. Juli 2020

51) Die Bibel: Eine literarisch-historische Auswertung
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Die Bibel: Eine literarisch-historische Auswertung

Das meist verkaufte und herausgegebene Buch der Welt. Aber ist es auch das meist gelesene? Wahrscheinlich nicht! Im Gespräch mit Gläubigen und Theologen muss leider immer wieder festgestellt werden, dass sein Inhalt nur teilweise oder durch Hören-Sagen bekannt ist. Es wird über etwas diskutiert, was man eigentlich nicht kennt.
Die Ungarn wissen zum Beispiel nicht, dass der Name ihres legendären Führers Arpad eigentlich die Bezeichnung eines Ortes aus der Bibel (Jesaias 10/9) und deshalb jüdischer Herkunft ist.
Grundsätzlich ist der erste Teil, also das alte Testament ein Geschichtsbuch. Es zeigt, mit welchen Völkern das Jüdische auf seinen Wanderungen als Nomaden in den Wüsten, nördlich begrenzt durch das Taurus Gebirge, westlich durch Jordan, Mittelmeer und Ägypten, östlich durch Euphrat und Tigris und im Süden beinhaltete es die arabische Halbinsel, in ständigem Kontakt stand.
-       Der Streit zwischen Kain (Bauer) und Abel (Ziegenhirte, Nomade) kommen wahrscheinlich aus dem sumerischen und veranschaulichen den Kampf zwischen kriegerischen Bergvölkern und sesshaften Bauern, und den Wandel der damaligen Gesellschaft von einer wandernden Tierhütenden in eine Ackerbau Betreibende.
-       Noah und sein Schiff sind die regelmäßigen Überschwemmungen der Flüsse Nil, Euphrat und Tigris, und die regelmäßigen Einfälle der Nomaden- und Bergvölker in das Gebiet der Sesshaften.
-       Abraham und Moses, die jährliche Wanderung in die grüne Wüste im niederschlagsreichen Winter und zurück in die Randgebiete im trockenen Sommer.
-       Jonas im Walfisch, weil er wie alle zu jener Zeit in diesem Teil der Welt glaubte, dass für jedes Königreich oder Land ein anderer Stern und/oder Gott zuständig sei, und deshalb, um den Befehl Gottes nicht ausführen zu müssen, einfach in ein anderes Land gehen wollte. Aber der Gott Israels ist der einzige und man kann ihm nicht entfliehen.
-       Abraham, der am Ende seinen Sohn doch nicht opfern musste, war das erste Zeichen, dass sich auch in der jüdischen Gesellschaft eine Humanisierung bemerkbar machte, wie damals in vielen dieser Regionen, in denen das Menschenopfer als nicht mehr entsprechend angesehen wurde.
Der nächste Teil beschäftigt sich mit Bräuchen und Sitten, die als Richtlinien des Zusammenlebens dienen sollten (10 Gebote), zum Beispiel den Ablauf eines Gottesdienstes regelten, oder Feiertage bestimmten.
Dann geht es um die Geschichte des sesshaften jüdischen Volkes mit seinen Königen und Kriegen oder Handelsbeziehungen zu anderen Völkern.
Das war kurz zusammengefasst das alte Testament.
Die Apokryphen handeln von der Zeit nach Alexander dem Großen, als der jüdische Staat wieder aufgebaut werden sollte.
Das neue Testament wurde zwischen 80 und 120 unserer Zeitrechnung in Griechenland geschrieben und verbindet griechische Philosophie und Mythologie, die Lehren von Zarathustra und Erzählungen in Gleichnisform aus dem Leben eines Jesus, der Wunder getan haben soll und sich mit seinen Begleitern und vielen Anhängern in der Wüste auf grünem Gras niedergelassen haben will. Dabei spricht er von Nächstenliebe vermischt mit intoleranten Erklärungen wie: „Bist du nicht für mich, so bist du wider mich.“
Das alte Testament war ursprünglich auf Althebräisch verfasst, wurde dann im Auftrag eines Pharaos ungefähr 200 Jahre vor unserer Zeit ins Altgriechische (Septuaginta) übersetzt. Nach der Entstehung des neuen Testaments auf Altgriechisch kam es im 4. Jahrhundert zu einer Gesamtübersetzung ins Lateinische (Vulgata), was im 8. Jahrhundert noch einmal wiederholt wurde (Itala).


Else
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