Mittwoch, 22. Juli 2020

30) Von der Bedeutung oder Bedeutungslosigkeit Shakespeares in der Literaturgeschichte
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Von der Bedeutung oder Bedeutungslosigkeit Shakespeares in der Literaturgeschichte

Wer kennt nicht: „Sein oder nicht Sein, das ist hier die Frage!“? Aber wer kennt? „Purpose is just the slave to memory, of violent birth but poor validity.“? (Entscheidungen werden nur schwer getroffen, und meist halten wir sie schon fünf Minuten später nicht mehr ein, nur in unserer Erinnerung leben sie als Misserfolg weiter.)
War das die Bedeutung dieses Schriftstellers für die Literaturgeschichte? Wahrscheinlich nicht! Zur Zeit von Shakespeare gab es noch die Regeln für Theaterstücke von Aristoteles. Zum Beispiel: Die Einheit der Zeit und des Ortes. Das bedeutete, dass ein Bühnenstück, das 3 Stunden dauerte, nur eine Handlung umfassen konnte, die auch in der Wirklichkeit nur 3 Stunden in Anspruch nahm. Ein Teil der Handlung konnte deshalb auch nicht in Sparta und dann in Athen stattfinden.
Shakespeare interessierte das alles nicht. Er brach damit, aber ohne ein neues System aufzubauen. Wieviel geistreicher umging ein Corneille dieses Problem in seinem Werk: „L’illusion comique“. Ein alter Mann wollte wissen, was sein Sohn, den er 20 Jahre nicht gesehen hatte, gemacht habe und wo er sich derzeit aufhalte. Deshalb begab er sich zu einem Wahrsager, der ihm das alles in einer riesigen Glaskugel zeigte, in der Schauspieler diese Szenen spielten. Corneille hat somit die Grenzen überschritten, ohne offen gegen die Regeln zu verstoßen.
Der Engländer hat sehr viele Dinge aus dem Italienischen einfach übersetzt (Romeo und Julia usw.), von Titus Livius gestohlen (Kleopatra und Antonius) oder nachgeahmt (Henrys und Richarddramen) als Aufarbeitung der Geschichte des 100-jährigen Krieges, und einige keltische oder germanische Legenden entlehnt. Und er war zwischen Edmund Spencer und der Viktorianischen Zeit einer der wenigen englischen Schriftsteller in England überhaupt.
Also, ein Trampel, der zur richtigen Zeit der einzige war und dessen Muttersprache zufällig auch noch zur Weltsprache aufstieg?
Bis zur Zeit von Lessing, der 1756 seine „Hamburgische Dramaturgie“ schrieb, gab es in Deutschland durch seine politische Zerstückeltheit (Deutschland sah politisch aus, wie ein Flickenteppich, was eine kulturelle Einheit unmöglich machte.) eigentlich kein deutsches Theater. Englische Theatergruppen traten damals auf sehr vielen deutschen Bühnen auf und beeinflussten die Literatur des Landes, zum Beispiel Schillers „Wallenstein“ usw.


Else
Else
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